Erbgut der Katze entschlüsselt
November 1, 2007 von Lena
So, nun gibt es einen kleinen Wissenschafts-Exkurs!
Forscher haben das Erbgut der Katze entschlüsselt – zumindest 65 Prozent, wie das Wissenschaftsportal www.wissenschaft.de heute mitteilte. 20.284 Gene konnten im Vergleich mit anderen Säugetiergenomen identifiziert werden, hiermit ist die Katze nach Mensch, Maus, Ratte, Opossum, Rind, Hund und Schimpanse das nächste Säugetier, dessen Erbgut veröffentlicht wird.
Für die Wissenschaftler ist hier besonders interessant, dass bei der Katze auch viele „menschliche“ Erkrankungen wie zum Beispiel die Augenkrankheit „Retinis pigmentosa“, eine Netzhautdegeneration durch Absterben der Photorezeptoren, auftreten und man sich hier Informationen über die genetische Veranlagung für diese Krankheit wünscht.
Den durchschnittlichen Katzenhalter interessiert das wahrscheinlich weniger – vielleicht macht er auch bei den Stichworten „Wissenschaft“ oder „Genetik“ gleich dicht: „Das verstehe ich nicht, das betrifft mich nicht, das ist mir egal!“ Eigentlich schade, sind die zugrundeliegenden Mechanismen doch gar nicht sooo schwierig, wie es nach dem Biologieunterricht in der Oberstufe oft scheint.
Darum gibt es nun einen kleinen „Crashkurs Genetik“ – für all die Katzenhalter, die im Schulunterricht nicht so sehr aufgepasst haben, sich aber trotzdem von neuen biotechnologischen Erkenntnissen begeistern lassen.
Der Bauplan unseres Körpers ist in unseren Zellen gespeichert – in einer Art Bindfaden, der bei der Zellkernteilung zu einem kleinen x zusammengewickelt ist. Dieser Bindfaden nennt sich DNA (Desoxyribonukleinsäure). Er besteht aus einem Strang von Molekülen, in deren Abfolge ein Code gespeichert ist, den nur unser Körper lesen kann. Entsprechend der entschlüsselten Botschaft reagiert und handelt er. Den gesamten Bauplan nennt man „Genom“, einen Abschnitt der DNA, der den „Bauplan“ eines Proteins beinhaltet, heißt „Gen“. Proteine, umgangssprachlich „Eiweiße“ genannt, sind die Grundbausteine unserer Zellen – aus ihnen ist unser Körper aufgebaut.
Vereinfacht ausgedrückt haben die Wissenschaftler also den „Bauplan“ der Katze identifiziert. Wir wissen nun, an welcher Stelle des Genoms sich 65 Prozent der Gene befinden und welche Proteine sie codieren. Das heißt jetzt aber nicht, dass sie einfach irgendwelche Gene aneinanderreihen und eine Katze nachbauen können – so weit ist unsere Wissenschaft noch nicht.
Wer von euch eine weniger wissenschaftliche Erklärung der neuen Errungenschaft wünscht: Auch T-Online hat hier davon berichet. Danke an Wilfried für den Link!
Falls ihr bisher noch keinen Knoten im Hirn habt und mehr zum Thema Genetik wissen wollt, hier ein Link zu einem älteren Artikel von mir auf GMX: http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/mensch/koerper/3982564-Das-Prinzip-der-Vererbung,articleset=4244668.html
Viel Spaß beim Lesen!
Einen schönen Feiertag wünscht
Lena