Hallo allerseits!
Heute gibt es mal einen Beitrag, der nicht direkt etwas mit Katzenhaltung zu tun hat – wohl aber mit Journalismus. Für einige Katzenfreunde, die unser Magazin sehen, wird der Beruf des Journalisten wahrscheinlich wie der absolute Traumberuf erscheinen. Schreiben, über Katzen – wahnsinn!
All denen möchte ich nun einen Zeit-Artikel ans Herz legen, der schon vor einigen Tagen erschienen ist und für reghafte Diskussionen in sämlichen Journalismus-Foren sorgte: http://www.zeit.de/2007/45/C-Freie-Journalistin
Mein erster Gedanke beim Lesen des Artikels: „Die arme Frau!“. Mein zweiter: „Na ja, etwas depri ist die ja schon – alles Einstellungssache“. Mein dritter Gedanke: „Ok, irgendwie hat sie schon recht…“ Mein vierter: „Oh scheiße, was passiert denn mit meiner Zukunft? Womit soll ich mein Geld verdienen?“ Das sind wahrscheinlich die Gedankensplitter, die jedem halbwegs ernsthaften Journalisten beim Lesen dieses Beitrags durch den Kopf schießen, die sich ins Hirn bohren, Mitleid und Angst vor dem angeblichen „Traumberuf“ hervorrufen.
Was mir beim Lesen des Artikels und den anschließenden Diskussionen aufgefallen ist, ist eins: Jeder Journalist zerreißt die arme Autorin in der Luft, möchte ihr aber auch nicht widersprechen. Ich vermute, dass der Artikel leicht übersteigert oder in einer akuten Depri-Phase geschrieben wurde – man muss sich hier nur den Lebenslauf der Autorin durchlesen. Die besten Referenzen, die mal als Journalistin haben kann – trotzdem lebt sie unter Harz-VI-Niveau? Dennoch trifft sie den Kern der Sache, die Krux des Journalismus: Viel Arbeit für wenig Geld. Das ist vielleicht eine Wahrheit, die jeder Texter weiß, die aber die wenigsten zugeben können, ohne sich als Versager zu fühlen. Vielleicht gehören freiberufliche Journalisten zu den „etwas anderen“ Selbstständigen: Zähne zusammenbeißen und nicht klagen. Bloß nicht zugeben, dass das Geld für die Inspektion des Wagens nicht reicht und man abends gerne rausgehen würde, einem sieben Arbeitsstunden für einen Cocktail aber zu viel ist. Verschweigen, dass man sich eigentlich eine Festanstellung wünscht. Vielleicht ist es einfach hart, das zuzugeben…
So weit meine Einschätzung. Bitte versteht mich nicht falsch: Ich liebe meinen Beruf, Pfotenhieb ist die Inkarnation sämlicher Jugendträume und Schreiben ist sowohl Hobby als auch Berufung für mich. Auszahlen tut es sich noch nicht, auch ich schaue mich zur Zeit nach einer Festanstellung um. Wenn also jemand etwas weiß oder eine Idee hat – her damit…
Wie es den anderen Pfotenhieb-Redakteuren geht, weiß ich nicht sicher – zumindest macht ihnen die Arbeit an unserem Heft aber so viel Spaß, dass sie jede Menge Arbeitsstunden in das Magazin stecken. Ihr Geld verdienen sie aber auch anders.
In Sachen Pfotenhieb bleibt die Richtung klar: Wir möchten das Magazin „ganz groß“ machen, möchten in den Druck gehen, dies aber nicht um jeden Preis. Einige unserer Leser haben sich über die Werbung im Heft beschwert- wir wären schließlich nicht mehr unabhängig. Das sehe ich anders: Alle unsere Werbepartner wissen um unsere Einstellung und auch, dass wir unsere Artikel und Testergebnisse nicht am Profit ausrichten. Zur Zeit haben wir den Luxus, Pfotenhieb als „Hobby“ betreiben zu können. Die Frage ist nur, wie es auf Dauer aussieht, wenn wir Vollzeitstellen schaffen und unsere Autoren/Fotografen/Layouter bezahlen möchten. Kann man dann immer noch so leichtfertig mit den Werbeeinnahmen umgehen? Von mir gibt es hier ein ganz großes „Ja!“ dazu – das haben auch schon einige Zeitungen vor uns geschafft. Man sehe sich nur „Freizeit im Sattel“ an, das Magazin dürfte einigen Pferdefreunden ein Begriff sein… Hier aber ein Beispiel für ein anderes Magazin, dem es anders erging.
Wir rasen dennoch mit Vollgas und gutem Mut Richtung Zukunft – und hoffen, unsere freien Autoren auch dann noch entsprechend zu behandeln!
Einen schönen Sonntag wünscht
Lena
Foto: „Kellermeister“, pixelio.de

Liebe Redaktion!
Ich kenne das Problem
Allerdings, glaube ich, dass es einige Sachen im Leben gibt, die man am Besten doch als Hobby betreibt. Sobald das Geldinteresse im Spiel ist, hat man gleich eine andere Perspektive.
Ich wünsche Ihnen einen lukrativen Job, der auch Zeit und Kraft für Ihre Lieblingsbeschäftigung (über Katzen schreiben) lässt.
Und danke für die tolle Arbeit!- das Magazin ist einfach wunderschön.