Erst vor kurzem habe ich ein kleines Weihnachts-Paket für das Tierheim München gebastelt – Fleckli und Sakura sind ja manchmal etwas „lecksch“, was ihr Futter angeht, so dass sich im Laufe der Monate immer ein paar Restbestände im Schrank sammeln. Mit zehn bis zwanzig kleinen Mini-Dosen kommt das Tierheim natürlich nicht weiter – darum habe ich noch etwas zusätzliches Futter gekauft.
Hier fing dann die Odyssee an: Was kaufen? Lieber die Futtersorten verschenken, die auch ich guten Gewissens verfüttere, die aber entsprechend teurer sind - oder viel, dafür aber günstiges Futter?
Ich habe hinterher lange mit Raphaela aus der Pfotenhieb-Redaktion drüber gesprochen. Natürlich, viele Futtersorten kommen bei unseren eigenen Katzen nicht in den Napf – Zucker, Nebenerzeugnisse, Getreide – pfui! Wir haben aber jeweils nur zwei oft sehr mäkelige Mäulchen zu stopfen und keine ganze Streuner-Horde, von unserem Blickwinkel aus also leichter gesagt als getan.
Das Tierheim München zum Beispiel kümmert sich gerade im Winter auch um jede Menge herrenlose Katzen – hier kommt es eventuell auf die Masse an und nicht gerade auf die beste Qualität. Klar, man kauft keine Mini-Beutelchen für 1,20 Euro pro hundert Gramm, wenn man sowieso unter Geldproblemen leidet und jede Menge hungrige Katzen zu füttern hat. Schließlich ist weniger hochwertiges Futter im Gegensatz zum Verhungern das kleinere Übel…
Raphaela hat mir im Laufe des Gespräches einen tollen Tipp gegeben: Wer kein Geld spenden will, kann einfach im Tierheim anrufen und fragen, was benötigt wird. Eigentlich logisch, oder? Drauf gekommen bin ich trotzdem nicht… Jetzt weiß ich übrigens auch, warum bei uns in der Online-Redaktion immer so überflüssige Meldungen wie „Heiße Zitrone lieber kalt trinken“ oder „Die Suppe mit Pusten abkühlen – das kommt beim Geschäftsessen nicht gut“ von der dpa einlaufen. Von wegen, da hatte ein Praktikant Langeweile - den Leuten fallen die einfachsten Sachen nicht mehr ein…
Aber gut, zurück zur Futterspende.
Ich selbst finde Raphaelas Tipp wirklich super und werde es in Zukunft auch so halten. Wer weiß, vielleicht benötigt das Tierheim gerade ein bestimmtes Futter für ein krankes Pflegetier, vielleicht bevorzugen Sie wirklich „möglichst viele“ Dosen für die Streuner-Herde oder hätten lieber eine Geldspende für anstehende Kastrationen.
Bei meinem letzten Paket war es darum trotzdem zu spät – ich hatte es an dem Tag schon abgeschickt. Bei Auswahl der Futterspende bin ich einen Mittelweg gegangen: Möglichst viel Futter zu einer möglichst hohen Qualität und einem möglichst niedrigen Preis. Neben verschiedenen von Fleckli und Sakura verschmähten Sorten Vet Concept, Cosma-, Porta 21- und Schesir-Nassfutter (jajaja, verwöhnte Katzen!) gab es also ein paar Dosen Grau, mehrere Tetra-Packs Bozita und etwas Happy-Cat-Kitten-Trockenfutter. Gut, die letzten beiden Sachen würde ich selbst zwar nicht verfüttern – für das Tierheim war das aber sicherlich ein guter Mittelweg. Immerhin sind am Ende ganze 18 Kilo zusammengekommen – der Postbote wird ordentlich zu schleppen haben!
Das gleiche Problem stellt sich übrigens nicht nur Futterspendern, sondern auch Katzenhaltern mit einem geringen oder keinem Einkommen. Wir von Pfotenhieb sind eindeutige Verfechter einer artgerechten, hochwertigen Ernährung – doch muss man auch klar sehen, dass nicht jeder an die 100 Euro im Monat über hat, um seine Katzen möglichst qualitätsvoll zu ernähren. Vielleicht sind bei gutem Futter die benötigte Futtermenge und damit die entsprechenden Kosten pro Tag geringer – hat ein Mensch aber für sich selbst kaum Geld zur Verfügung, schwindet die Grenze, was eine Dose Katzenfutter kosten darf.
Klar, eine Katze kostet Geld – und die Futterkosten sind hier noch das geringste Übel. Das sollte auch jeder (potentielle) Katzenhalter von Anfang an wissen. Wenn ich meiner Katze kein artgerechtes Leben bieten kann, ist es eventuell besser, auf eine Fellnase zu verzichten.
Aber: Nicht immer ist die Situation von Anfang an so. Oft verschlechtert sie sich erst durch Jobverlust, Arbeitsunfähigkeit oder oder oder. Über die Tiertafel hatten wir ja schon im letzten Pfotenhieb-Heft geschrieben, der anschließende Bericht über die Spendenaktion folgt in der Dezember-Ausgabe. Die Tiertafel hat es sich zum Ziel gemacht, eben diesen Menschen zu helfen – durch Beratung oder Futterspenden. Mich würde mal interessieren, wie die das Problem lösen. Wahrscheinlich ähnlich wie die meisten von uns beim Weihnachts-Paket ans Tierheim…
Foto: Lisa Gomez Ringe

Frohe Weihnachten
[...] 11, 2008 von Lena Vielleicht erinnert ihr Euch noch an diesen Beitrag. Damals ging es um die Frage “Welches Futter fürs [...]