Zu Weihnachten gehören Musik, Kerzen, ein Tannenbaum – und Plätzchen. Dabei macht es doch viel mehr Spaß, selbst zu backen als die Spekulatius fertig eingeschweißt im Supermarkt zu erstehen.
Heute ist es also so weit. Das Wohnzimmer ist mit einer Malerplane abgedeckt, die Feuerwehr alarmiert und mein Freund für die nächsten zwei Tage bei einem Kumpel einquartiert, um einer Rauchvergiftung zu entkommen. Nein, gut, so schlimm ist es nicht.
Ich bin vielleicht nicht die Vorzeige-Hausfrau – mit etwas Plätzchenteig sollte ich aber klarkommen. Oder? Zur Information: Das Experiment findet heute unter verschärften Bedingungen statt: Fleckli und Sakura sind mit von der Partie. Gut, die beiden eignen sich vielleicht nicht als Back-Gehilfen – zum Anfeuern und Stolpern sind sie aber auf alle Fälle gut genug
. Der große Nachteil: Aus unserer offenen Küche kann ich die beiden einfach nicht aussperren…
Aber genug geredet, los geht’s. Schnell noch einige Backzutaten gekauft (frau ist ja spontan
), aus den unzähligen zur Weihnachtszeit erhältlichen Backrezepten einige (einfache) herausgesucht. Zutaten zusammengeschüttet, Ärmel hochgekrempelt und geknetet. Auf jeden Fall war das so der Plan. Sakura hat einen anderen. „Mauuuuuuuuuuuu!“ klingt es vom Fußboden. „Mauuuuuuuuuuu!“ „Nein Kleine, das ist nichts für Dich. Teig magst Du sowieso nicht!“ Ist ihr ziemlich egal. „Mauuuuuuuuuu!“ Und weil Frauchen nicht hört, versucht die sonst gut erzogene Katze den Super-Gau: Sprunggelenke angespannt und ab auf die Arbeitsfläche! Mist, mit mehligen Händen kann ich noch nicht einmal in die Hände klatschen… „Kura – nein!“ Es wirkt. Erschrocken lässt die kleine Tigerin von ihrem Vorhaben ab. Vielleicht war es auch nur die Angst vorm Plätzchenteig – wer weiß, was Lena da so alles untergemischt hat!
Also weiter nach Plan beziehungsweise Rezept. Hier die Kurzfassung: Kneten – Ausrollen – Stolpern (stimmt, Fleckli ist auch noch da!) – Katze beruhigen – vorher Händewaschen – nachher Hände waschen – Katzenhaare aus dem Teig pulen – nochmal Hände waschen – nochmal Teig ausrollen – instinktiv in die Hände klatschen, da Fleckli auf den Tisch springen will – Teig von Boden wischen – wieder Stolpern (Sakura ist langweilig) – den Fall kurz vor dem Boden abfangen – endlich Plätzchen ausstechen. Soweit so gut. Nur, dass Katze gerade genau auf dem umgefallenen Bachblech auf dem Boden sitzt… Mist. Also noch einmal Spülen. Bachblech gespült, Backpapier drauf, Katze vom Backpapier pflücken (was knistert das auch so toll???) – neues Backpapier – Plätzchen drauf – Stolpern abfangen (ich habe gelernt!
) – und endlich das Backblech in den Ofen. Erleichterung.
Meine Kollegin hat mir letztens erzählt, dass Backen mit einem Kleinkind so stressig ist. Die sollte froh sein, dass sie keine Katzen hat…
Ach ja, zum Thema „Katzen aussperren“: Versucht es gar nicht. Egal, ob ihr eure Katzen ins Schlafzimmer oder auf die Terrasse sperren: Sie wird sich bemerkbar machen. Wer sitzt schon gerne in der Kälte oder im langweiligen Zimmer, wenn Frauchen so spannende Sachen anstellt? Ihr könnt das Meckern eurer Katze ignorieren. Spätestens der Nachbar wird es aber merken und Sturm klingeln: „Ist mir Ihrer Katze alles in Ordnung?“. „Nein, ich backe“ wäre hier die ideale Antwort. Wenn Euer Nachbar ein Katzenfreund ist, wird er vielleicht verstehen, was da vor sich geht…
Alles in allem bin ich aber ganz froh, dass ich keine Hunde habe. Zumindest bei großen Hunden wäre Stolpern zwar schwieriger – dafür erreichen Sie die Arbeitsplatte aber auch umso leichter…
Kurz und gut: Plätzchencharge Nummer Eins ist fertig. Die Weiteren verschieben wir lieber aufs nächste Jahr…
Ach ja, die Anforderungsliste für die Traumwohnung wächst: Eine Küche mit Tür wäre nett. Und dazu vielleicht noch Platz für eine Küchenmaschine und eine nette ältere Dame im Haus, die für ihr Leben gerne backt…
In diesem Sinne: Viel Spaß bei/in der Weihnachtsbäckerei!

Nein Lena, mit Hunden ist das viel einfacher. Im Idealfall hören die nämlich auf ein „Raus!“ ziemlich gut
Aber „kann Spuren von Katzenhaaren enthalten“ sollte in unseren Haushalten wohl auf jeder Eigenproduktion stehen *grins*
LG Lisa
Ist schon gewöhnungsbedürftig, oder?
Na ja, mittlerweile haben wir die Haare auf ein Minimum reduziert – es bringt ja nichts, irgendwann wird es ekelig…
Zufällig gefunden, gleich abonniert und ich bin begeistert von diesem Blogeintrag, der wirklich aus dem Leben gegriffen ist
Wir haben nun auch wieder einen Stubentiger, ganze 12 Wochen alt und sie erkundet eben alles, was sich so anbietet
Endlich mal jemand, der mir aus dem Herzen spricht. So erging es mir auch am vergangenen Sonntag. Mein Felix hat es allerdings fertig gebracht, auf die bemehlte Arbeistfläche zu springen und sich dann glatt drin zu wälzen, als ich das Backblech in den Ofen geschoben habe. Und genau so sah er dann auch aus. Ich sag nur „Schöne Bescherung“