„Katze allein daheim“ oder „Ab in den Schnee“?
Dezember 16, 2007 von Lena
Heute ist der dritte Advent - die Weihnachtsferien nähern sich mit großen Schritten.
Endlich, bald geht es ab in den Schnee, auf die Skipiste oder zu Mama und Papa, um in Ruhe Weihnachten zu feiern, sich den Bauch vollzuschlagen, Plätzchenduft einzuatmen und Geschenke auszupacken! Doch was passiert in dieser Zeit mit dem geliebten Vierbeiner? Bleibt er zuhause, wird von Nachbarn oder Freunden versorgt oder kommt mit ins Urlaubsdomizil?
Welche Wahl hat man als reiselustiger Katzenhalter, seine Mieze auch während des Urlaubs versorgt zu wissen?
Variante 1: Das Versorgen durch Freunde und/oder Verwandte. Sicherlich eine gute Lösung, die Katze kennt die Kurzzeit-Dosenöffner eventuell schon und hat sich vielleicht sogar mit ihnen angefreundet. Im Allgemeinen vertraut man Freunden und Verwandten, die Angst, nach dem Urlaub eine leere Wohnung ohne 1.000-Euro-Fernseher, sämtliche Bargeldvorräte und Stereoanlage vorzufinden, sollte also für den Katzenhalter relativ gering bleiben.
Variante 2: Katzensitter. Hier bleiben zwei Möglichkeiten: a) Professionelle Katzensitteragenturen oder b) Die Schülerin von nebenan. In professionellen Tiersitteragenturen arbeiten in der Regel ausgebildete Tierfreunde – als Tierpfleger, -psychologe oder Hundetrainer können sie die Katze(n) sachkundig betreuen und auch kleine Wehwehchen in der Regel gut einschätzen. Der große Nachteil: Katze und Tiersitter haben in der Regel relativ wenig Zeit, sich kennenzulernen – diese ist meistens auf ein kurzes Vorgespräch begrenzt. Auch der Katzenhalter kann sich nur einen kurzen Eindruck vom „Dosenöffner auf Zeit“ machen – und muss am Schluss gute 20 bis 30 Euro pro Tag für die Pflege berappen.
Die „Schülerin von nebenan“ ist in der Regel günstiger. Sie mag Tiere, hat vielleicht in der örtlichen Tageszeitung inseriert oder einen Aushang im Supermarkt gemacht, um sich als Tiersitter ein paar Euro dazuzuverdienen. Der große Nachteil: Die Hobby-Tiersitterin ist in der Regel relativ unerfahren, was die Pflege von Katzen angeht, kennt das Tier auch nur von den ein oder zwei Vorgesprächen. Auch der Katzenhalter bleibt oft eher skeptisch, ob das Tier wirklich gut versorgt ist… Und sollte der Fernseher bei der Rückkehr wirklich fehlen, zahlt hoffentlich die Hausratversicherung. Kennt ihr die „Schülerin von nebenan“ schon länger und ist gut mit ihr bekannt, bitte bei Variante 1 nachlesen.
Variante 3: Umzug auf Zeit, die Möglichkeiten sind hier a) Das Katzenhotel oder b) Unterbringung bei Freunden. 3a): Fachkundige Pfleger kümmern sich im Katzenhotel um das Wohl des geliebten Vierbeiners - allerdings muss dieser sowohl mit einer neuen Umgebung als auch mit neuen Katzen und Menschen klarkommen. Nicht für jede Katze das Wahre… Der Vorteil: Die Katze hat Familienanschluss und ist nicht ganz so einsam, als wenn nur ein- bis dreimal am Tag jemand kommt, um wieder eine frische Schale Wasser in die Küche zu stellen und eine Dose Futter zu öffnen. Eine gute Alternative ist hier die Unterbringung bei Freunden (3 b) ), die mit der Katze vertraut und ihre Eigenheiten und Vorlieben kennen.
Variante 4: Urlaub auch für die Katze. Katzenmiaue auf dem Rücksitz, Futterverweigerung und Unsauberkeit in der Urlaubsunterkunft: Die Katze mit in den Urlaub zu nehmen, hat einen faden Beigeschmack. Wird sich die Fellnase auch in der Ferienwohnung wohl fühlen? Was ist, wenn sie wegläuft, krank wird oder sich überhaupt nicht an den Gedanken, Urlaub zu haben, gewöhnen kann?
Die Einreisebedingungen im Ausland sind nicht immer einfach, oft braucht die Katze bestimmte Impfungen, um ins Urlaubsland einreisen zu dürfen. Selbst, wenn ihr Eurer Katze den Stress eines Fluges erspart, bleibt noch die Hin- und Rückfahrt – die wenigsten Katzen nehmen das wirklich gelassen!
…alles scheint also auf Variante 1, die Versorgung durch Freunde und Verwandte, als ideale Lösung für die Urlaubszeit hinzuweisen. Oder?
Fleckli und Sakura on tour
Bis vor ein paar Jahren hatte ich noch die Meinung, dass Urlaub nicht das rechte für Katzen sei – mittlerweile habe ich mich eines Besseren belehren lassen.
Weil Fleckli immer in den Hungerstreik tritt, sobald mein Freund und ich für längere Zeit verreist sind, nehmen wir sie seit letztem Jahr mit in den Winterurlaub. Den verbringen wir nämlich immer im Zillertal, dort hat Immos Opa vor fast 50 Jahren ein kleines Haus gebaut – ideal, um Weihnachten mit der Familie zu feiern. Von München aus sind es etwa anderthalb bis zwei Autostunden dorthin, je nach Stausituation und Wetterverhältnissen - eine Autofahrt, die auch von unseren beiden Damen gut auszuhalten ist. Gut, letztes Jahr hat Fleckli auf den Hinweig einen dicken Haufen in ihren Reisekorb gesetzt, auf dem Rückweg ununterbrochen miaut – sobald sie in der Wohnung sind, ist aber alles ok. Das ist „ihr Revier“, das kennt sie – und innerhalb von Minuten wird aus der dreifarbigen Katzendame mit viel Weiß ein schwarzes Kätzchen. Hey, so ein Kamin ist doch viel zu interessant!
Den nötigen Auslauf bekommt sie spätabends an der Leine. Spätabends, weil sie sich tagsüber von sämtlichen Spaziergängern, Autos und sogar Vögeln tierisch erschreckt – an der Leine, weil ich der Treue meiner Maus doch nicht ganz traue..
Das klappt meistens auch ganz gut.
Dieses Jahr kommt Sakura das erste Mal mit. Sie kommt zwar ursprünglich aus dem Ort, sollte „ihr Revier“ also kennen – ganz vertraue ich dem aber noch nicht. Also heißt es wieder „Leinentraining mit Katze“ – und da gibt es jede Menge zu erleben…
Jetzt ist dieser Beitrag schon so lang geworden, ich hoffe, dass ihr überhaupt bis hierher gelangt seid. Darum gibt es die Leinen-Geschichte mit Sakura morgen an dieser Stelle!
Liebe Grüße und noch einen schönen dritten Advent,
Lena, Fleckli und Sakura
Foto: Pixel_vun, pixelio.de
Du hast die Variante “Katzenpension” vergessen. Ob nun professionell (dann aber besser in Einzelzimmern als in großen Gruppen), oder die Unterbringung bei Freunden. Zwar ungewohnte Umgebung, aber nicht ganz so einsam, wie wenn nur 2 mal am Tag jemand nach Ihnen schaut.
Lisa mit Reisekatze Püppi
Hi Lisa,
stimmt, habe ich vergessen!
Wird nachrecherchiert…
Lena
[...] halte ich nichts von leinegehenden Katzen – schließlich sind es Katzen und keine Hunde. Im Winterurlaub in Österreich bleibt uns aber nichts anderes übrig, um unseren Mäusen etwas Freigang zu gönnen – ich würde [...]
So, Katzenhotel habe ich hinzugefügt!
…wozu man die Zeit nicht nutzen kann, sobald das CMS spinnt… 