Sakura ist eine wahre Schmusemaus. Kaum sitzt man auf dem Sofa, will essen, sich unterhalten oder etwas DVD schauen (zur Zeit ist die dritte Staffel von „24“ angesagt) hat man auch schon ein Fellbündel auf dem Schoß liegen. Auf den Rücken, alle Viere von sich gestreckt und Bauch kraulen – ja, so lässt es sich aushalten! Katze bei Familie Hüsemann sollte man sein…
Das alles ist aber vergessen, sobald die rote Leine ins Spiel kommt. Normalerweise halte ich nichts von leinegehenden Katzen – schließlich sind es Katzen und keine Hunde. Im Winterurlaub in Österreich bleibt uns aber nichts anderes übrig, um unseren Mäusen etwas Freigang zu gönnen – ich würde dem Tierverzeichnis Tasso nämlich ungern den Verlust von zwei menschenscheuen, verwöhnten Katzendamen melden. Um den beiden Energiebündeln doch etwas Auslauf zu bieten, haben wir Fleckli letztes Jahr an die Leine gewöhnt, dieses Jahr ist ihre kleine Schwester dran. Auf jeden Fall war es so geplant…
Um die kleine Kratzbürste (in die verwandelt sich der Schmusetiger nämlich, sobald ihr irgendetwas nicht passt) frühzeitig an dieses rote Schnur-Teil zu gewöhnen, habe ich schon im Sommer ein passendes Geschirr bestellt. Premium-Leine, extra reißfest und dennoch weich – sollte doch das Richtige sein, oder? Pustekuchen.
Versuchsteil 1: Sakura mit der Leine vertraut machen. Die Mieze langsam an die Leine gewöhnen, sie spielend mit dem Fremdkörper vertraut machen. Gesagt – getan. Das Ergebnis: Sakura schleppt das Geschirr mit lautem Geklapper unters Sofa und bewacht es eifersüchtig.
Versuchsteil 2: Geschirr anlegen. Angst vor der Leine? Panik vor dem fremden Geschirr? Pustekuchen. Durch das stundenlange Bewachen unter dem Sofa sollte Sakura sich nun mit dem seltsamen Teil bekannt gemacht haben. Also folgt jetzt der nächste Teil: Die kleine Tigerin an das Gewicht des Geschirr gewöhnen. Langsam die Katze kraulen, mit dem Gurtstoff über den Rücken streichen, langsam die Schnallen schließen. Alles ganz einfach? Was bei Fleckli hervorragend funktioniert hat, endet bei Sakura mit einem wahren Massaker. Ergebnis: Unterschätze nie eine Schmusekatze! Was haben wir gelernt? Mit verbundenen Händen fällt das Tippen schwer…
Versuchsteil 2 b): Zweiter Versuch. Der völlig hingegebenen, verschmusten Katze wird während der abendlichen DVD-Session langsam das Geschirr untergejubelt. Kein Problem bisher. Langsam der erste Verschluss geschlossen… Passend zum Sonderkommando-Einsatz auf dem Bildschirm bricht auch auf dem Sofa der Krieg los. Ergebnis: Zwei Pflaster halten besser als eins.
Sind wir ehrlich: Versuchsteil 2 b) haben wir schon vor guten zwei Monaten erreicht. Weitergekommen sind wir seit dem nicht… Was bei Fleckli problemlos ging, scheint sich bei Sakura als eine wahre Unmöglichkeit herauszustellen. Statt Wurmkur-Tabletten kann man ein Spot-On verwenden, Zecken unauffällig während des Schmusens entfernen und gegen Ungeziefer wirkt Formel-Z. Doch was bitte benutzt man statt eines Geschirrs?
Falls jemand eine Idee hat – meine E-Mail-Adresse steht auf der Pfotenhieb-Homepage…
