Mohnblumen und Mouse au Chocolat
Februar 27, 2008 von raphaela77
Stubentiger sind Wesen, die nicht viel mit uns Menschen gemein haben. Vielleicht faszinieren sie uns auch deshalb jeden Tag aufs Neue. Aber nicht nur Ihr unergründlicher Charakter unterscheidet uns, auch nimmt die Spezies Katze ihre Umwelt ganz anders wahr, als wir Menschen. So sehen Katzen z. B. siebenmal schärfer als der Mensch. Da sie ein nachtaktive Tiere sind, ist es wichtig, dass sie sich in einer grau getönten Umgebung zurechtfinden. So können Katzen viele Grauschattierungen unterscheiden, die für Menschen gleich aussehen. Die Farbe Rot können sie allerdings nicht so wie wir als Rot erkennen. Dazu fehlen den Samtpfoten die entsprechenden Farbrezeptoren im Auge.
Ebenfalls schmecken sie anders als ihre Dosenöffner. Sie können zwischen salzig, bitter und sauer unterscheiden, aber süße Nahrungsmittel können Katzen nicht schmecken. Entgeht ihnen dadurch etwas?
Wenn ihr könntet, wie würdet ihr eurer Katze den Anblick eines Mohnblumenfeldes in der Sommersonne erklären? Wie beschreibt man jemanden die Farbe Rot, der sie nicht sehen kann? Wie erklärt man den wunderbar cremig süßen Geschmack einer Mouse au Chocolat den eigenen Stubentigern?
Es lohnt sich mal darüber nachzudenken, allerdings werden sie es wohl nie erfahren. Vielleicht ist es auch besser so, so haben wir die Mouse für uns allein… und das Hüftgold auch!
Foto 1: pixelio - Angelika Lutz
Foto 2: pixelio - wrw
Aber irgendetwas müssen die schmecken (wenn etwas süss schmeckt) denn meine Kleine ist völlig ausgetickt wenn es etwas Süsses gegeben hat, allein vom Geruch ist sie wuschig geworden und hat gebettelt. Sobald irgendwo ein Zopf ein Kuchen oder sonstiges Süsses gelegen ist (auch eingeschweisst in Folie) hat sie es aufgerissen oder sonstige Versuche gestartet dies zu kriegen. Bei allem andern war sie eine “normale” Katze aber sobald sie süss gerochen hat, wie schon gesagt ist sie ausgetickt wie andere bei Katzenminze *gg*.
Dazu hab ich schon zwei verschiedene Theorien gehört:
Die eine ist, dass Katzen eine Vorliebe für süsse Aminosäuren haben sollen.
Die andere besagt, dass ’süss’ sie an die Muttermilch erinnere.
Es gab mal ne Studie, da wurde Katzen Milch vorgesetzt. Eine Schüssel gezuckert, die andere nicht. Erst bei einer sehr hohen Verdünnung der Milch konnte eine deutliche Bevorzugung der gesüssten Milch beobachtet werden.
Daher können sie süss wohl doch irgenwie wahrnehmen, wenn auch kaum in der Art des süssen Geschmackes, welchen wir kennen (und lieben).
Ich habe gerade etwas gestutzt. Süße Aminosäuren - gibt es so etwas? Meines Wissens sind AS immer sauer… Allerdings scheint es wirklich süße Aminosäuren zu geben: http://books.google.de/books?id=f01F-aTR7esC&pg=PA32&lpg=PA32&dq=%22s%C3%BC%C3%9Fe+Aminos%C3%A4uren%22&source=web&ots=lYM0yNM7Ml&sig=btRCefpRyHfgwQ9XCtvyjEfAOUE&hl=en
Interessant!
Hab ich damals auch, Lena,
Aber Aminosäuren können ganz verschieden schmecken. Probier mal ein paar Krümel Taurin oder etwas Glutamat (Glutaminsäure) aus der Küche.
Glycin wurde sogar nach seinem süssen Geschmack (griechisch: glycos = süss) benannt.
Es gibt auch bittere Aminosäuren, wenn es Dich weiter interessiert, schau mal in diese Dissertation.
Auf Seite 47 findest Du eine Tabelle der Geschmacksrichtungen.
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=980872073&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=980872073.pdf
Anscheinend kann sich der Geschmack auch verändern, je nachdem ob die D- oder L-Form vorliegt.