Oh Schreck: Flohbefall
März 13, 2008 von Lena
Der milde Winter hat seine Folgen: Auch, wenn es draußen noch recht eisig ist, sind Zecken, Flöhe und anderes Ungeziefer schon wach – und hungrig. Erst gestern hat mir meine Mutter von einem waren Flohzirkus bei sich zu Hause erzählt, alle drei Katzen sind bzw. waren betroffen. Doch wie verbreiten sich Flöhe überhaupt, sind sie auch für den Menschen gefährlich?
Katzenflöhe sind flügellose Insekten der Gruppe „Siphonaptera“, auf Deutsch „Flöhe“. Sie sind etwa 1 bis 3 mm lang, rot- bis rotbraun gefärbt, halten sich vorwiegend auf ihrem Wirt (in diesem Fall die Katze) auf und ernähren sich von dessen Blut. Wahre Blutsauger also - und richtige Springtalente: So ein Mini-Floh kann bis zu 40 Zentimeter weit springen, also das etwa 200fache seiner Körpergröße!
Seine Eier legt der Floh gerne im Fell seines Wirtstieres ab – die herunterfallenden Eier setzen sich dann gerne auf die kätzische Schlafstätte oder weiche Unterlagen wie Teppich und Bettdecken fest. Darum ist es auch so schwer, einer Wurmplage erst einmal habhaft zu werden – die Viecher vermehren sich einfach zu schnell… Kein Wunder: Weibchen legen etwa 24 Stunden nach der Befruchtung ganze 30 Eier, nach etwa vier Tagen schlüpft Larve 1, die sich dann zu Larve 2 und 3 häutet. Nach der Häutung folgt das Puppenstadium – hier sind die Parasiten weitgehend resistent gegenüber Austrocknung, Licht und auch den meisten Insektiziden. Bis zum Schlüpfen des Flohs kann etwa ein Monat vergehen, bei ungünstigen Umweltbedingungen aber auch mehrere Monate. Direkt nach dem Schlüpfen beginnt der Floh mit der Wirtssuche - hat er diesen gefunden, fängt er sofort mit seiner ersten Mahlzeit an. Den Winter können nur die adulten Flöhe auf ihren Wirten und die Puppen überleben, in beheizten Räumen kann der Entwicklungszyklus allerdings ganzjährig erfolgen. Wundert Euch also nicht, wenn Eure Katze mitten im Winter von Flöhen befallen wird… Übrigens können Flöhe bis zu zwei Monate ohne Nahrung auskommen, eine Puppe sogar über ein Jahr lang.
Katzen werden aber nicht umsonst die „saubersten Tiere“ genannt. Durch das ständige Putzen sind sie so gut in der Flohbeseitigung, dass man beim Kämmen mit einem Flohkamm oft nur noch den schwarz-krümmeligen Kot findet. Dennoch sollte auch bei geringem Flohbefall auf jeden Fall behandelt werden, neben dem nervigen Juckreiz und der Gefahr einer „Flohallergie“ sind Flöhe nämlich Zwischenwirte für Bandwürmer, und Krankheitserreger wie Mykoplasmen, die Erreger der felinen infektiösen Anämie.
Genug zur Theorie: Wie kann ich meine Katze gegen Flöhe behandeln – und was mache, ich wenn es schon zu spät ist und Mieze sich ununterbrochen kratzt? Viele Tierärzte empfehlen so genannte „Spot-Ons“ als Vorbeugung, wegen ihren überwiegend giftigen und auch teilweise für Katzen schädlichen Inhaltsstoffen sind diese aber in Verruf geraten. Wirkstoff ist unter anderem Fipronil, ein Kontaktgift, das in vielen Ländern auch als Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird. Gerade für Hunde zugelassene Flohmittel können für Katzen tödlich sein, sie enthalten Permethrin, das Katzen aufgrund eines Enzymmangels nicht abbauen können. Für Katzen ungeeignet sind unter anderen die Präparate Exspot, Advantix spot on für Hund, Preventic Spot on, Permethrin und Fleetic spot on.
Zudem gibt es Ergänzungsfutter, das die Hautgesundheit fördern und so Ektoparasiten wie Zecken und Flöhe abhalten soll. Diese oft als Tabletten erhältlichen Futtermittel enthalten unter anderem Vitamin-B-Komplex der Hefe, der durch seine spezielle Zusammensetzung den Hautstoffwechsel des Tieres aktiviert – Flöhen und Zecken „stinkt“ das meistens. Die gleiche Wirkung hat reine, biologische, inaktive Hefe. Diese wird über die Haut verstoffwechselt und wirkt abschreckend auf äußere Parasiten.
Egal, für welche Methode ihr Euch entscheidet: Es gibt immer Vor- und Nachteile. Einige Mittelchen wird Eure Katze nicht vertragen, andere verfügen nicht über ein ausreichendes Wirkungsspektrum, wieder andere sind aufgrund ihrer Inhaltstoffe in der Kritik.
Vielleicht möchtet ihr uns ja kurz erzählen, wie ihr Eure Katzen vor Flöhen bewahrt?
Mehr Infos zum Thema “Floh” findet ihr übrigens hier: http://de.merial.com/pet_owners/cats/fleas-sub2.html
Fotos: Katzenfloh und Flohlarve, Wikipedia.org
Guten morgen Lena,
mal wieder ein voller Treffer Dein Bericht! Vor ca. einer Woche hat mein kleiner Kasper plötzlich angefangen sich ganz wild zu kratzen. Seit dem kämme ich ihn jeden Tag 2x mit dem feinen Flohkamm. Ca. 10-15 Flöhe habe ich bereits “geerntet”.
Seit 2 Tagen ist meine Suche zum Glück erfolglos geblieben. Hoffe sehr das ich alle erwischt habe. Das Kratzen ist weg und im Fell ist auch kein schwarzes Gekrümmel mehr. Würde gerne auf Chemie verzichten wenn das irgendwie geht. Mit etwas Glück ist die Plage ja schon überstanden.
Wenn mein Kleiner nicht ständig mit Nachbarskatzen schmusen würde!… Schlechter Umgang!
Bestimmt hat er sich die Flöhe so geholt. Dieses Jahr scheint es ganz besonders schlimm zu sein mit Parasiten. Hab meinen Kasper schon eine Weile und das ist das erste mal, das er Flöhe hat…/ hatte..
Liebe Grüße
Nathalie
Meine Miez wird durch tägliches Zufüttern von Bierhefe seit zweieinhalb Jahren zuverlässig gegen Zecken und Flöhe gschützt.
Sie ist eine langhaarige Teilzeitfreigängerin und hat mir bislang weder Floh noch Zecke nach Hause gebracht.
Gegen Grasmilben hilft Bierhefe bei uns jedoch nicht.
Biefhefe sollte täglich zugefüttert werden und braucht anfangs etwa zwei Wochen, bis die Wirkung eintritt.
Ansonsten hat sich äusserlich angewendetes, kaltgepresstes Neemöl auch schon bewährt. Das riecht mir aber etwas zu stark.
Mir persönlich sind Spot-On’s und andere pharmazeutische Prophylaxe-Mittel schlicht zu agressiv. Ausserdem erachte ich viele Produkte, besonders im Mehrkatzen-Haushalt, für eher gefährlich. Da hat es, gerade mit den Spot-On’s schon schwere Vergiftungsfälle gegeben. Die Katzen putzen sich ja gegenseitig …
Befall ist ein anderes Thema, da muss individuell geschaut werden, was sich dagegen eignet.
Bierhefe find ich ne tolle Idee. Vor allem wenn man wie ich mehrere Katzen besitzt. Aber wieviel soll man pro Katze füttern?Und hilft es auch bei Hunden? Über eine Antwort würd ich mich sehr freuen.Weil auch ich gegen chemische Keulen bin.
Hallo Raggy,

ich füttere meinem Augenstern etwa 0,5 bis 1 gestrichener Teelöffel Bierhefe täglich. Je nachdem wiesehr sie mäkelt….
Bierhefe hat sich bei uns auch als sanftes Lockmittel bewährt *g*
Soweit ich weiss, hilft es auch bei Hunden. Hab selber keine Erfahrungen damit aber es wurde mir schon von verschiedenen Hundebesitzer bestätigt. Ein Hund braucht dann aber entsprechend mehr davon.
Wenn es Deine Katzen nicht auf Anhieb mögen, würd ich den Zusatz evtl. einschleichen. Nicht alle Katzen sind Veränderungen gegenüber aufgeschlossen, da muss man evtl. etwas tricksen
Die B-Vitamine sind auch gut für die Fell- und Hautgesundheit und ein zuviel davon wird einfach ausgepieselt, da sie wasserlöslich sind.
Hallo,
ich habe schon viel gelesen das Bierhefe gegen Zecken und Flöhe helfen soll. Wo bekomm ich solche Präparate?
Wäre nett wenn sich jemand melden würde.
Danke Nicole
Hallo Nicole,
zum Beispiel bei Barfer-Shops wie Lucky-land.de oder lillysbar.de. Tatzenladen und Sandras-tieroase führen es glaube ich auch…
Viele Grüße!
Lena
Hallo Nicole,
ich nehm die normalen Bierhefeflocken für Menschen. Bekommst Du in grösseren Lebensmittelläden, Reformhäuser, etc. In der Apotheke gibt’s auch Bierhefetabletten, aber diese werden z.T. weniger gut angenommen.
Ist also kein spezielles Produkt weder für Tiere noch gegen Parasiten, sondern die geläufige Nahrungsergänzung für Menschen
Hoffe, das hilft Dir weiter.