In jeder Ausgabe von Pfotenhieb gibt es die Shortnews, kleine Artikel über interessante Neuigkeiten aus der Katzenwelt. Wenn ich die Informationen dafür suche und zusammentrage, finde ich logischerweise nicht immer gleich das passende. Dank eines netten Internet-Suchdiensts habe ich täglich alle Neuigkeiten um und über die Samtpfoten schon aufgelistet in meinem E-Mail Eingang. Es macht aber nicht immer Spaß, diese Infos durchzugehen. Die meisten beziehen sich auf streunende, herrenlose Katzen, deren Zahl immer weiter wächst oder für die einfach kein Geld da ist und kein Platz gefunden werden kann.
Dann gibt es Artikel über Katzenfreunde, die es zu gut meinten und 30 Katzen in zwei Zimmern halten. Irgendwann ist Gestank und Dreck so groß, dass Nachbarn den Tierschutz rufen und die verwahrlosten Tiere holen.
Schlimmer noch sind die Berichte, in denen das Schicksal gequälter Katzen erzählt wird. Da hatte jemand Langeweile und hat mal eben eine Katze angezündet. Oder erschossen. Oder durch die Luft geschleudert und dann verletzt zurückgelassen. Solche Sachen klicke ich schnell weg, würde ich mir so etwas täglich durchlesen müssen, würde ich den guten Glauben an die Menschen schnell verlieren.
Es gibt aber auch schöne, witzige und erstaunliche Geschichten. Da verbannt eine Katze doch ihre Besitzer kurzerhand auf dem Balkon, weil sie beim Hochspringen auf den Knauf gekommen und ihn so gedreht hat. Die Polizei musste anrücken und das verdutzte Ehepaar wieder in ihre Wohnung lassen.
Ein kleines Verstecke-liebendes Kätzchen hat sich in einen alten Schrank geschlichen, der aufgrund eines Umzugs in eine andere Stadt transportiert wurde. Die kleine Katze wurde schrecklich vermisst und konnte schließlich durch Zufall wieder nach Hause gebracht werden.
Und die Berichte über die kleinen Helden. Die Katzen, die ihre Menschen auf brenzlige Gefahren hinweisen und zum Beispiel vor ausbrechenden Feuern warnen. Die Katzen, die in Seniorenheimen leben und den Bewohnern durch ihre quirlige Anwesenheit und das weiche Fell den grauen Alltag versorgen. Um die sich die Senioren kümmern müssen.
Irgendwie berührend war auch eine Geschichte über einen arbeitslosen Gärtner, der mit seiner kleinen Katze in einem kaputten Auto wohnt. Die Katze war das wichtigste für ihn. Der Tierschutz fand aber (zu Recht), dass ein Auto kein Platz für eine Katze ist und brachte sie ins Tierheim. Nun will sich der Gärtner eine Wohnung, ein funktionierendes Auto und damit einen neuen Job suchen, damit er seine Katze wiederbekommt. Wer weiß, was aus ihm geworden wäre, hätte er nichts gehabt, was ihn anspornt, ins normale Leben zurück zu finden.
Auch meine Katzen sind kleine Helden und spornen mich an. Zu mehr Bewegung und Spaß (beim Spielen), zu mehr Kreativität (wie bastelt man kostengünstig eine Kratztonne?) und zu besseren Leistungen. Wenn ich meine zwei Tiger auf dem Balkon sitzen sehe und beobachte, wie sie gebannt eine Fliege nachschauen oder sich tierisch über ein Bündel Gras von der Wiese freuen, ist mein größter Wunsch, später ein Haus zu haben. Mit einem großen Garten und viel Platz für vielleicht noch ein oder zwei Katzen mehr. Zurzeit ist das in meiner Wohnung im dritten Stock und an einer gutbefahrenen Straße nämlich nicht möglich. Kann sein, dass das irgendwie durchgeknallt klingt und ich eines Tages auch mit der Schlagzeile: „Junge Frau baut Haus für ihre Katzen“ im Internet stehe, aber das ist doch besser als die unzähligen Berichte über traurige Katzenschicksale, oder?
