Huh, das Internet ist ein schnelllebiges Medium. Und ein aktuelles… Denn gerade hat mich schon der erste Leserbrief zum Blogeintrag „Tiertötungen durch PETA?“ von gestern Abend erreicht. In Absprache mit der Autorin möchte ich ihn hier veröffentlichen.
„Hallo Frau Hüsemann, habe gerade ins Blog geschaut…
Natürlich haben Sie insofern recht, als diese Organisation CCF mit Vorsicht zu genießen ist!
US-Amerikaner sind oft sehr radikal (da gibt es dann seltsamerweise keine „political correctness“), und deren Ansichten tropfen ja geradezu aus jedem Satz. Abgesehen davon, daß die deutsche Übersetzung grottenschlecht ist.
Eigentlich liegt aber in allem zumindest ein kleines Körnchen Wahrheit, und dies scheint hier zumindest in folgenden gerichtlich bestätigten Fakten zu liegen: Eine PETA-Mitarbeiterin hat getötete Tiere im Müll entsorgt…
ohne getötete Tiere keine Entsorgung toter Tiere…
der Kauf einer begehbaren Gefrieranlage für tote Tiere…
die Kremierung getöter Tiere…
Diese Liste erschreckt, denn es handelt sich um tausende Tiere (ohne den Wahrheitsgehalt genauer prüfen zu können): http://www.petakillsanimals.com/downloads/PetaKillsAnimals.pdf
Eins sollte man nicht übersehen: das Vorgehen, nicht vermittelte Tiere nach zwei Wochen zu töten, ist gängige Praxis in den USA und völlig legal, häufig sogar vorgeschrieben!
Weil man angeblich dem Tierelend sonst nicht Herr würde (was man mit Haustieren in den USA sonst so anstellt, darüber könnte ich selbst einen Artikel schreiben…) und Verbreitung von Tierseuchen verhindern will, ordnen die Bundesstaaten sogar diese Frist an. Nur private Tierschutzvereine mit Tierheimen können die Tötung umgehen (Vermittlung auch nach Zweiwochenfrist, Gnadenbrothäuser etc.), wenn sie keine staatlichen Mittel beanspruchen oder erhalten. Jedenfalls kann es durchaus sein, daß PETA nach US-Recht legal gehandelt hat! Darum ist das Gericht wohl auf diese Praxis auch gar nicht eingegangen.
Aber es ist natürlich heuchlerisch, in China gegen die Tötung von Hunden und Katzen zu prostieren – und diese „zuhause“ in Auftrag zu geben.
Es gibt viel Gutes über PETA zu sagen, z.B. bin ich dankbar für die Futtermittellisten mit/ohne Tierversuche. Als Verbraucher wird man an diese Daten nie herankommen! Auch die Anti-Pelz-Kampagnen und vieles mehr… Aber überall, wo politische Arbeit betrieben wird, gibt es natürlich auch Auswüchse. Wenn PETA damit offen umgehen kann und die Mängel abstellt, kann natürlich Vertrauen wieder hergestellt wrden.
Siehe z.B. den Skandal um UNICEF Deutschland. Erst hat man gemauert, dann hat man doch Konsequenzen gezogen – und ich denke, man hat die Krise überwunden und tut das, was man immer wollte – nämlich Kindern helfen.“
