Da es in einem Buch, das ich gerade schreibe, (erscheint 2010 – Thema und Verlag werden natürlich noch nicht verrate. Nur soviel: Es geht um Katzen
) auch ein kleines Kapitel über Wildkatzen geben wird, habe ich mir gestern ein Buch über Wildkatzen besorgt.
…und irgendwie sieht das Ganze wie ein Bildband von Sakura aus… Schon sehr seltsam. Darum habe ich interessenhalber mal recherchiert, ob es Kreuzungen zwischen Wild- und Hauskatze gibt. Ich weiß, totale Spinnerei – interessiert hat es mich aber dennoch…
Im Netz habe ich sehr viele Infos gefunden, unter anderem auf http://www.luxnatur.lu/regulus/r19940204.htm (einer Seite aus Luxemburg), http://www.wildhueter-st-hubertus.de/html/wildkatze.html, http://interweb1.hmulv.hessen.de/imperia/md/content/internet/pdfs/naturschutzundforsten/fortsetzungnatura2000/felis_silvestris_steckbrief_2003.pdf und vielen anderen Seiten. Google macht es möglich…
Die europäische Wildkatze selbst ist ja nicht mit unserer Hauskatze verwandt, es scheint aber Kreuzungen zwischen Wild- und Hauskatze zugeben – so genannte „Blendlinge“:
„Denn wenn es wahrscheinlich – die Forschung weiß das noch nicht genau – auch nicht allzu oft geschieht, so kommt es aber doch vor, daß zur Ranzzeit im Februar und März Hauskatzen den schaurig-schönen Liebesgesängen der Wildkatzen nicht widerstehen können und sich paaren. Die Folgen sind Nachkommen mit den verschiedensten Farbvarianten, die Wildkatzen mehr oder weniger ähneln, oft genug so sehr, daß ein solcher „Blendling’ – wie sie in der Fachsprache heißen – kaum von einer Wildkatze zu unterscheiden ist.“ (Quelle: Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, http://www.sdwi.de/tiere/1993.htm)
Andere Wissenschaftler sehen das eher kritisch. Ein Blendling sei nicht allein aufgrund seines Aussehens zu identifizieren. So findet man unter http://www.oeko-log.com/wika12.pdf , einer sehr interessanten Abhandlung zur Wildkatze, folgenden Abschnitt: „Häufig werden Exemplare mit ungewöhnlicher Färbung als „Blendlinge“ bezeichnet oder aber Katzen, bei denen einzelne Merkmale zwischen den definierten Typen der Wildkatze und Hauskatze liegen. Diese Einstufungen sind jedoch nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zulässig, da bei den Fellmerkmalen der „Blendlinge“ die gleichen Vererbungsregeln gelten, die von Hauskatzen bekannt sind.“ Auch interessant ist das genetische Muster: „Bei vielen Merkmalen ist nicht davon auszugehen, dass sie in der F-1-Generation dem Intermediärtyp zwischen Wildkatze und Hauskatze entsprechen. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Felllänge, bei der bekannt ist, dass Langhaarigkeit rezessiv vererbt wird. In der F-1-Generation der Kreuzungen zwischen Wildkatze und Hauskatze ist Langhaarigkeit deshalb nicht zu erwarten, außer es handelt sich bei der Hauskatze um einen der seltenen Träger des rezessiven Merkmals.“ Eine reine Identifizierung ist also nur über den typischen „Vaterschaftstest“ möglich. Übrigens befürchtet das „COUNCIL OF EUROPE“, dass die Hybridisierung mit der Hauskatze eine Gefahr für die Wildkatzenpopulation darstellt… Immerhin haben Untersuchungen vom Jahr 2000 in der Eifel ergeben, dass es zumindest in diesem Bereich keine große, besorgniserregende Zahl von Blendlingen gibt. Mehr Infos gibt es auf der Seite der Belgische Natur- und VogelSchutzgebiete: http://www.bnvs-ostbelgien.org/nz_31.shtml
Doch wie ist das, sind Wildkatzen-Hybride genauso schreckhaft und unnahbar wie ihre „wilden“ Vorfahren oder anhänglich wie ihr Hauskatzen-Elternteil? Eventuell wissen einige von Euch, dass Hybride oft das Verhalten der Art des Muttertiers, das sie aufgezogen hat, annehmen. Wildkatzen sind nämlich überaus scheu, selbst mit der Hand aufgezogene Tiere werden nie wirklich zahm. Deckt also ein Wildkater eine Hauskätzin, werden die Nachkommen wahrscheinlich viele Verhaltensweisen ihres Vaters zeigen, aber noch mehr die ihrer Mutter. Ein „Blendling“ kann also durchaus scheu sein, wird aber Menschen gegenüber wohl zutraulicher sein als eine „echte“ Wildkatze – falls er von einer Hauskatze aufgezogen wurde.
Na ja, bei Sakura ist das so eine eigene Sache… Sie kann total verschmust sein und einen wahrlich „belagern“ (…unsere Katzen schlafen nun nicht mehr bei uns im Schlafzimmer, weil Sakura sich entweder auf den Hals, um den Kopf oder auf die Brust „ihres“ Menschen legt und dabei schnurrt wie ein Traktor…), fremden Menschen gegenüber ist sie aber extrem scheu, fremde Katzen verabscheut sie. Gut, sie hat für eine Hauskatze einen sehr kurzen Schwanz und eine seltsame Färbung, ist im Sommer fast falbfarben mit einem hellen Fleck auf der Brust und im Winter dunkler mit einem roten Fleck auf dem Kopf. Aber vielleicht ist sie auch nur eine etwas verrückte Hauskatze mit seltsamen Genen. Ich habe mal versucht, ein Foto rauszusuchen, auf dem sie wirklich so aussieht, wie sie auch „real“ aussieht – aber irgendwie keines gefunden… Irgendwie sieht sie auf Fotos immer viel eleganter aus als real – sowas sollte mir auch mal passieren!
So oder so – wir haben sie gern und sie gehört hierhin. Aber etwas Spinnen muss manchmal sein – und manchmal findet man da auch sehr interessante Infos. Es lebe das Internet.
…aber wenn ich behaupte, Fleckli sei eine Mischung aus einer braun- und einer schwarzgefleckten Kuh, dürft ihr mich für verrückt halten!
Übrigens scheint es auch Großkatzenhybride zu geben: http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fkatzenhybride. Die Kreuzungen zwischen Tiger und Löwe werden Ligon und Tigon genannt…
Foto 1: Martin Steiger, Wikipedia.de
Foto 2: privat

Tja, habe ich auch so einen Blendling zuhause? Meine Kätzin ist eine Tigerin mit weißen Söckchen und einem weißen Brustlatz.
Auffällig ist bei ihr der im Vergleich zu anderen Hauskatzen „stumpfe“ Schwanz mit den charakteristischen Ringen der Wildkatze.
Vor Verhalten her ist sie sehr wild, aber auch menschenbezogen. Im Gegensatz zur Wildkatze ist sie Menschen gegenüber zutraulich, die Wildheit zeigt sie im Jagd- und Spielverhalten. Bei diesen Gelegenheiten toppt sie allerdings alle mir bekannten gleichaltrigen Hauskatzen!
Interessant ist die Vorgeschichte: sie stammt tatsächlich aus dem Wald, allerdings vom Niederrhein. Die Katzenmutter wurde mit ihrem Wurf vom Tierschutzverein eingefangen. Alle Katzen außer meiner Kleinen sind jämmerlich eingegangen (Parasiten, Katzenschnupfen, teilweise Verletzungen…), auch meine Süße ist dem Tod gerade so von der Schippe gesprungen, hat sich aber in meiner Obhut (o.k., ich bin „vom Fach“…) prächtig entwickelt.
Leider habe ich keine Fotos der Mutter und der Geschwister (waren lt. Tierheim aber alles Tiger)
Was allerdings sicher ist: meine Kätzin kann keinesfalls eine F1-Generation kommen, aufgrund des Weiß muß es wohl mindestens F4 sein. Aber könnte es nicht sein, daß sie ein wenig Wildkatzenblut in sich trägt?
Ob ja oder nein, sie ist und bleibt meine süße wilde Schmusemaus!
Ach ja, Fotos habe ich zwar eine Menge von ihr, aber leider keines, auf dem man den Schwanz richtig gut sehen kann. Eine Schwanz-Großaufnahme läßt sich auch schwer bewerkstelligen: entweder sie hat ihn beim Schlafen eingeringelt oder untergeschlagen – oder sie ist im Wachzustand immer in Bewegung und somit nicht fotografierbar.
Das ist eine Frage, die mich nach vielen Jahren noch beschäftigt. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, daß unsere alte Katze irgendeinen dahergelaufenen Wildkater in der relativ nahen Ahnenreihe hatte. Genau erfahren werde ich es wohl nie, denn die Katze ist nun schon fast 20 Jahre tot und kam leider auch ohne beglaubigten Stammbaum zu uns.
Die Katze war groß, sogar sehr groß. Unser späterer Kater war mit ungefähr 7 kg schon ein Brocken, zumal er zunächst nicht kastriert war und deswegen wirklich nicht fett war. Neben dieser großen und stämmigen Katze wirkte er aber eher zierlich.
Der Kater war auch das einzige fremde Tier, welches die Katze jemals auch nur in der Nähe geduldet hat. Sonst hat sie alles angegriffen und sich auch von Hunden nicht beeindrucken lassen. Nur der Kater wurde regelrecht adoptiert.
Scheu konnte man sie wegen ihrer kämpferischen Art wohl nicht nennen, eher distanziert. Am liebsten saß sie einfach nur bei uns dabei und kam hin und wieder für ein paar Streicheleinheiten. Das wars. Sie war halt kein Schoßkätzchen und wollte erst recht nicht festgehalten oder umhergetragen werden.
Und wie sah sie aus? Der Bauch und die Pfoten waren weiß, also eigentlich eher typisch für Hauskatzen. Das restliche Fell war wie ein Flickenteppich aus grau und rotgetigerten Flecken. Das ist bei Hauskatzen auch nicht ungewöhnlich. Allerdings war das Fell sehr weich und dicht und zudem relativ lang. Nicht wirklich langhaarig, aber eben länger als üblich. Dazu kommt dann noch der ‘wuschelige’ geringelte Schwanz, ihr ganzer Stolz, den man nicht ungestraft anfassen durfte.
Dazu kommt noch, daß man an klaren Tagen die Eifel von dort, wo wir unsere Katze aufgelesen haben, sehen kann. In der Gegend gibt es also durchaus Wildkatzen. Das alles beweist natürlich nichts, aber ich habe nie wieder eine so große, selbstbewußte und kämpferische Katze gesehen.
Leider habe ich kein digitales Bild von der Katze. Aber wir haben damals von einem Photographen ein Portrait machen lassen. Auf dem Bild wirkt sie zwar wie die personifizierte Unschuld und die Größe kann man mangels Maßstab nur schwer erkennen, aber Aussehen und Fell (inklusive Schwanz) wurden gut festgehalten. Man könnte das Bild ja mal scannen…