Erst vor kurzem testete die Stiftung Warentest 28 Feucht- und 11 Trockenfutter und bewertete deren Nährstoffgehalt.
Wer noch nichts von den Ergebnissen gehört hat, findet auf der Seite der Stiftung weitere Informationen. Auch der Bayerische Rundfunk berichtete. Wir in der Redaktion haben uns nun natürlich auch einige Gedanken zum Test gemacht… Wir sind sehr froh, dass einmal ein unabhängiges Institut mit weiterreichenden Testmöglichkeiten, als wir sie haben, handelsübliches Futter unter die Lupe genommen hat! Leider fanden wir aber auch einige Kritikpunkte…
So wurde aber bei den Untersuchungen der Stiftung Warentest nur der jeweiligen Nährstoffgehalt bestimmt und kaum kritisch auf die eigentliche Zusammensetzung eingegangen. Der Nährstoffgehalt an sich sagt nichts über die Vollwertigkeit des Futter als – man kann selbst ein Stück Tofu mit genügend Nährstoffen versetzen, so dass es für die Katze ideal scheint…
Gerade Trockenfutter enthält zudem vorwiegend Getreide, das für den Fleischfresser Katze kaum verdaulich ist und auch viel zu viele Kohlenhydrate enthält. Aus diesem Grund ist auch die vegetarische Ernährung nicht ideal für Stubentiger. Auch die Stiftung Warentest weist zwar im kürzlich erschienenen Test hierauf hin – allerdings mit der Begründung der Nährstoffbilanz…
Was und auch erschreckt hat: Trockenfutter wurde im Test als grundsätzlich besser und günstiger dargestellt wird als Nassfutter. Dabei ist die Fütterung von Trocken- oder Nassfutter mehr als eine reine Glaubens- oder Einstellungssache. Ganz im Gegenteil: Die Wahl des Katzenhalters hat direkte Auswirkungen auf den Organismus der Katze. Die Katze ist ein Wüstentier, als dieses sei sie es nicht gewohnt, zusätzlich zum Feuchtigkeitsgehalt der Nahrung weiteres Wasser aufnehmen zu müssen. Bei der Fütterung von Trockennahrung muss die Katze sehr viel mehr Wasser aufnehmen, als sie es eigentlich tun würde. Die wenigsten Katzen trinken aber genug, die Folge bei alleiniger Trockenfütterung können Infekte der Ausscheidungsorgane Nierensteine oder Harngries sein. Natürlich ist Trockenfutter nicht “giftig” für Katzen – die Probleme, die die Konsistenz des Futters in Zusammenarbeit mit dem hohen Getreidegehalt verursachen können, werden aber gerne übersehen. Der Vollständigkeit halber hätte dies im Test erwähnt werden müssen – wird Trockenfutter als günstiger und dabei oft vollwertiger als Nassfutter dargestellt, hilft dies dem Katzenhalter nicht wirklich bei seiner Auswahl. Übrigens gab es im April-Heft einen eigenen Artikel über Trockenfutter…
Um nicht nur meckern zu wollen: Alles in allem sind wir froh, dass neben in den gängigen Futterbewertungen kritisch auf die Deklaration diverser Katzenfuttersorten sowie die Fütterungsempfehlung eingegangen wurde. Gerade mikrobiologischen Tests sind sehr aufschlussreich – das sind nämlich genau die Bewertungen, die wir bei unseren Futtertests nicht vornehmen können. Da wurde es Zeit, dass jemand einmal nachprüft, was denn wirklich im Futter drin ist – chemisch gesehen…
Zum Thema Deklaration gibt es übrigens im kommenden Oktober-Heft einen eigenen Artikel. Hier haben wir in Sachen Futtermittelverordnung recherchiert und herausgefunden, welche Inhaltsstoffe wirklich auf der Katzenfutterdose angegeben werden müssen. Bis dahin ist es aber noch etwas hin…
Foto: pixelio.de, Kurt Michel

zusätzlich ist zum Trockenfutter zu sagen, daß die Nährstoffbilanz und die Bestandteile VOR dem Trocknen ermittelt werden. Die Nahrung kann also vor dem Trocknungszustand tatsächlich die angebenen Vitamine, Spurenelemente etc. enthalten haben. Doch was bleibt nach dem Trocknungsvorgang noch übrig? Ggf. werden z.B. Proteine und Vitamine bei der Herstellung durch Erhitzen zerstört. Davon hat die Katze nichts – es sind dann reine Kohlehydrat-”Bomben”.
Das heißt nun nicht, daß man auf Trockenfutter ganz verzichten muß, ich gebe z.B. die letzte Mahlzeit des Tages trocken, in dem ich Futterbrocken werfe oder verstecke. Auch als Motivationsbröckchen beim Spielen ist Trockenfutter ganz hervorragend geeignet!
Als Vollnahrung empfehle ich Trockenfutter, auch aus bereits genannten Gründen, nicht. Das hilft natürlich nicht dem Besitzer, dessen Katze kein Naßfutter anrührt. Hier kann man aber z.B. versuchen, das Trockenfutter “einzuweichen”, ggf. mit ungesalzener Fleischbrühe. So nimmt die Katze die benötigte Flüssigkeit leichter auf.
Katzenfutter im Test – was soll man füttern und wieviel?…
Wer in Internetforen zum Thema Ernährung einer Katze Hilfe sucht, wird schnell fündig. Dort wird dann diskutiert ob man seiner Katze Nassfutter oder Trockenfutter in den Napf gibt oder ob man seine Katze nicht besser nach der BARF-Methode füttert. E…
Was mich etwas stutzig macht ist, dass Almo so schlecht abschneidet weil es angeblich als “Alleinfutter” verkauft wird. Das stimmt meiner Meinung nach so nicht, bei einem großen Internetshop (ich weiß ja nicht ob ich Namen nennen darf:-)) wird jedenfalls darauf hingewiesen, dass es sich um ein Ergänzungsfutter handelt. Und wenn man sich etwas mit Katzenernährung auseinandersetzt, stösst man spätestens dann darauf
Hallo Alexandra
Ich und meine Katzen, wir sind glühende Anhänger von Almo. Ich denke, es geht nicht darum, dass man es nicht herausfinden kann, sondern dass Almo auf den Büchsen selber von Alleinfutter spricht; und das ist bei aller Begeisterung für das Futter irreführend. Auf der Website und bei Mailanfrage wird empfohlen, es mit Trockenfutter abwechselnd zu füttern. Doch es kann nicht sein, dass sich der Konsument zuerst zuhause am Internet informieren muss. Auf der Büchse, dort wo der Kaufentscheid gefällt wird, nämlich im Laden oder Internet, muss seriös darauf hingewiesen werden.
Gruss Mylène
am September 7, 2008 um 5:55 Uhr nachmittags…
Also bei uns hier in der Schweiz ist es jetzt genau 19.56 h
Hallo Mylène,
ich habe mir gerade mal eine Dose herausgesucht und Du hast Recht, es ist tatsächlich als Alleinfutter deklariert. Das ist natürlich blöd, denn nicht jeder wird wohl beim Kauf des Futters noch auf der Herstellerseite gehen.
Hier die aktuelle Stellungnahme von Almo zum miserablen Abschneiden bei Stiftung Warentest:
http://www.almonature.de/article.php?lng=2
Und das Deutsch ist wirklich allerliebst
Wie so oft, gibt es auch zur Trockenfütterung bzw. Kohlehydrate-/Proteinthematik verschiedene Meinungen. Hier mal eine von einer mir bekannten Tierärztin von http://www.happycat.de, man findet aber auch problemlos 100 % gegenteilige Aussagen.
Das Thema “Getreide”-Anteil im Trockenfutter wird in der Tat oft von Katzenhaltern diskutiert! Genau genommen ist es jedoch der “Kohlenhydrat”-Anteil (aus Mais, Weizen, Reis, Kartoffel etc.), der kritisch betrachtet wird. Die Katze ist zwar natürlich ihrem Ursprung nach ein Fleischfresser, aber: Sie lebt in unserer Mitte selbstverständlich nicht mehr unter den kräftezehrenden Bedingungen, die einen so hohen Proteinbedarf notwendig machen würden. Rezepturen mit für die tatsächlichen Lebensbedingungen unnötig hohem Proteingehalt (Eiweißgehalt) können wiederum langfristig zu Nierenproblemen führen! Darum sollte man sein Augenmerk nicht nur auf die Kohlenhydrate richten, sondern auch beim Protein – und übrigens auch beim Fett – auf eher moderate Gehalte achten! Meist enthalten die Produkte mit hohem Proteingehalt nämlich auch unverhältnismäßig hohe Fettgehalte. Auch diese sind aber nicht unkritisch! Gerade bei kastrierten Tieren sind sie häufig die Ursache für Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf und Lebererkrankungen.
Hallo Mylène ,
Du hast recht, dieses Thema wird von Tierärzten, Futterherstellern und Katzenhaltern immer wieder heiß diskutiert, eine “allgemeingültige” Wahrheit scheint es nicht zu geben. Trotzdem sehe ich das mit dem Kohlenhydrat-Protein-Anteil ebenfalls kritisch…
Dass die Katze in unserer Welt nicht mehr annähernd den Bedingungen der Wildnis ausgesetzt ist, stimmt. Allerdings ändert dies nichts daran, dass die Physiologie der Hauskatze immer noch die Gleiche ist wie die der Wildkatze: Der gesamte Verdauungstrakt ist auf eine Ernährung mit Fleich und wenigen pflanzlichen Bestandteilen ausgerichtet. Natürlich ist die Fütterung von reinem Muskelfleisch ohne sämtliche Innereien und Kohlenhydrate schädlich! Im Gegensatz zum Pflanzenfresser hat die Katze aber einen sehr kurzen Darm, der keine Gährung pflanzlicher Bestandteile wie z.B. bei der Kuh zulässt. Ein hoher pflanzlicher Bestandteil in der Nahrung sollte so als kritisch betrachtet werden…
Leider bestehen gerade Light-Futtersorgen oft aus einem hohen Kohlenhydrat- und Getreideanteil, der die Ausscheidungsorgane der Katze (die eben nicht auf diese Nahrung eingestellt ist) in einem nicht unerheblichen Maße belastet und so die typischen “Zivilisationskrankheiten” hervorruft.
Sollten Übergewicht und Diabetes daher nicht eher durch eine Reduktion der Gesamtfuttermenge erreicht werden als durch das Füttern von übermäßigen Kohlenhydraten?