Lange erwartet und endlich da: Nach Monaten voller Erwartungen und Gerüchten ist seit gestern der “Kindle-Killer” von Apple, der Tablet-PC namens iPad, vorgestellt worden. Eine neue Chance für digitale Hochglanz-Zeitschriften? Da ich immer noch über eine Optimierung von Pfotenhieb für digitale Lesegeräte grübel, habe auch ich das iPad sehnlichst erwartet.
Dem Liebhaber digitaler Zeitschriften und Zeitungen fällt sofort eins auf: Der iPad verfügt im Gegensatz zum Kindle und den meisten anderen, bisher auf dem Markt erhältlichen elekronischen Lesegeräten über ein Farbdisplay. Das Lesen von Magazinen wird so sehr viel komfortabler – denn wer möchte schon ein im Original auf Hochglanz gedrucktes Magazin in Schwarz-Weiß lesen?
Das hat aber seinen Preis: E-Ink, die fortschrittliche Technologie, die ein Lesen wie auf Papier ermöglicht, kann das iPad nicht bieten und ist somit nur etwas mehr als ein “ganz normaler” Tablet-PC mit einem “ganz normalen” Display. Für das Sufen im Internet und interaktive Inhalte ist ein derartiger Mini-PC super geeignet, für das ermüdungsfreie Lesen eher nicht – dann bringen auch die bunten Grafiken und Bilder nichts mehr.
Dennoch: Das Farbdisplay ist und bleibt zumindest für mich die Optimallösung für jeden E-Book-Leser, der neben Romanen und Fachbüchern ohne Abbildungen auch einmal Magazine auf dem digitalen Gerät lesen möchte. Meinen Augen zuliebe baue ich aber lieber auf E-Ink – auf einem richtigen Bildschirm zu lesen ist und bleibt einfach nicht so komfortabel wie das Lesen auf Papier oder dem sehr papierähnlichen elekronischen Display der E-Book-Reader. Der auf der CES vorgestellte Skiff, ein E-Book-Reader mit flexiblem Display, bietet hier viel mehr “echtes” Lesefeeling wie auf Papier.
Für Technikbegeisterte ist das an ein großes iPhone erinnernde iPad ein Traum als Zweit- oder Dritt-PC neben Computer und Notebook – für Durchschnittsnutzer, deren ein herkömmlicher Computer zu Hause reicht und die auf E-Books mit E-Ink und ohne farbige Abbildungen bauen, ist das überraschend günstige Gerät (ab 500 Dollar aufwärts) wahrscheinlich nicht interessant. Als Besitzerin stolze eines Netbooks und eines Amazon Kindles bleibe ich also bei “meinem” Lesegerät – auch, wenn das moderne Design des iPads durchaus etwas für sich hat!
Für die ersten Impressionnen eignet sich zum Beispiel die iPad-Slideshop bei spiegel.de.

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