Sonntage sind etwas Besonderes. Nach der ersten Enttäuschung um 5:30 Uhr (Oh nee, schon wieder einer der Tage, an denen das Frühstück auf sich warten lässt) stehen Fleckli und Sakura pünktlich, nachdem Frauchen den ersten Fuß aus dem Bett gestreckt hat (Herrchen ist etwas kuscheliger, dafür aber auch unzuverlässiger, was Futterlieferungen angeht) vor der Schlafzimmertür.
Wird diese einen Spaltbreit geöffnet, sind sämtliche Futtergelüste vergessen: Zwei überdimensionale Fellbälle stürmen das Schlafzimmer und schaffen es irgendwie, mit ihren kleinen und zusammen nur knapp sechs Kilogramm schweren Körpern das gesamte Doppelbett einzunehmen. Kein Wunder, dank fehlender Zentralheizung sind die Nächte im Nordwesten der USA kalt und als ehemalige Streuner wissen die beiden ganz genau, warum sie den Stress mit den unpünktlichen Futterlieferungen, die oft nicht exakt nach Bestellung verlaufen, mitmachen… Genau, es sind die Morgenstunden im warmen Bett. Ok, manchmal sind es auch die Schmustestunden (und ja, es sind Stunden…) auf dem Sofa, das Bauchkraulen am Kamin – doch diese sind zu vernachlässigen. Meistens.
Kaum berühren ihre Pfoten die Matratze, werden aus dem Fellbällen lebendige Kuscheltiere. Muss Herrchen auch am Sonntag arbeiten oder will Frauchen sich lieber im kalten Wohnzimmer an diese komische viereckige Kiste setzen – gut so, bleibt mehr Platz für die Fellnasen. Besonders schön wird es aber, wenn die beiden Menschen entscheiden, dass sie ganz nach Katzenart noch etwas länger im warmen Bett bleiben und sich mit einer Art viereckige Intelligenzspielzeugen, die sie „Buch“ und „Notebook“ nennen, beschäftigen!
Der Nachteil dabei: Es bleibt maximal eine Hand pro Mensch für die Katzen… Doch was sich die Menschen so gedacht haben muss den Katzen nicht gefallen und so werden Kinnmarkierungen am Notebook gemacht und mit dem Hinterteil die Seiten des Buches umgeblättert (oder verknickt, je nach Lust und Laune). Da wird sich gestreckt, der Bauch gezeigt, die Ohren zur Seite geklappt, die Schnurrbarthaare nach vorne gestreckt, der Hals nach hinten gereckt – natürlich mit Vorliebe auf der Tastatur oder so, dass ein Umblättern der Buchseiten unmöglich wird. Reagiert der Mensch unter diesen verschärften Bedingungen nicht schnell genug, werden als Beweis für den unendlichen Genuss dieser Streicheleinheiten auch gerne alle Krallen einer Vorderpfote ausgefahren und getretelt. Auf der nackten Haut des Frauchens versteht sich – Bettdecken-Treteln ist was für Weicheier…
Menschen haben keine Kondition. Lassen die sonntäglichen Serviceleistungen nach, verzieht man sich darum gerne unter die Decke – schließlich ist es hier dank eingebauter menschlicher Heizung schön warm und kuschelig! Besonders gemütlich ist es auf den Beinen, wobei Frauchen die Genusstreteleien nur selten zu schätzen weiß. Ihr fehlt eindeutig ein dickes Fell, im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders an solch kalten Tagen!
