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Eine zugelaufene Katze darf man einfach behalten? Leider (oder zum Glück…) nicht. Das Bürgerliche Gesetzbuch, kurz BGB, regelt derartige Vorfälle genau – mit vielen Paragraphen, aber auch zum Schutz von Tier und Besitzer.

Pixelio.de, Robin Radegast

Copyright: Pixelio.de, Robin Radegast

So mancher Katzenfreund würde ihm zugelaufene Fellnasen am liebsten gleich behalten. Schließlich suchen sich Katzen ihr Zuhause selber aus, oder? Doch so einfach ist es nicht: Nach § 965 BGB ff. ist ein Fundtier eine „verlorene Sache“ und muss den Fund der zuständigen Behörde, in diesem Fall dem Ordnungsamt, anzeigen:

§ 965 BGB
(1) Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, hat dem Verlierer oder dem Eigentümer oder einem sonstigen Empfangsberechtigten unverzüglich Anzeige zu machen.

(2) Kennt der Finder die Empfangsberechtigten nicht oder ist ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so hat er den Fund und die Umstände, welche für die Ermittlung der Empfangsberechtigten erheblich sein können, unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so bedarf es der Anzeige nicht.

„Das Ordnungsamt der Stadt/Gemeinde, wo das Tier aufgefunden wurde, ist zuständige Behörde für die „Fundsache“ Heimtier. Entlaufene Heimtiere können entweder vom Finder betreut werden oder beim kommunal geförderten Tierheim abgegeben werden. Welches Tierheim für das Fundtier gefördert wird, erfahren Sie beim Ordnungsamt“, erklärt die Katzenhilfe Westerwald in ihrer Presseerklärung.

Nach dem BGB muss jede Fundsache ordentlich gemeldet werden – auch ein herrenloses Fundtier. Eine entsprechende Meldung könnte zum Beispiel so aussehen: „Nach § 965 BGB ff. melden wir  nachstehendes Fundtier. Das Tier ist derzeit bei uns artgerecht untergebracht und wird  betreut. Anfallende Fütterungs-, Tierarzt- u. Kastrationskosten f. d. Aufbewahrungszeit von 6 Monaten (nach § 973 BGB) werden von uns in Rechnung gestellt  (§ 2, § 3 Nr. 3, § 6 Nr. 5 TierSchG).“

Wichtig ist auch, anzuzeigen, was mit dem Tier geschehen soll: Wird „Anspruch auf Eigentumserwerb erhoben“, wollt ihr das Tier also nach dem Ablauf der Frist behalten, besteht ihr auf Finderlohnt oder soll ein Aufwendungsersatz geltend gemacht werden?

Übrigens: „Sollte das Fundtier lesbar tätowiert und/oder gechipt sein, reicht in der Regel ein Anruf bei TASSO, Europas größtem Haustierzentralregister, um das aufgefundene Tier unkompliziert an seine Menschen rückzuvermitteln“, so die Katzenhilfe Westerwald. Am besten gleich die Kontaktdaten notieren: Tel. 06190-937300; www.tiernotruf.org

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