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Posts Tagged ‘Tiermedizin’

Hallo, liebe Leser!

Weihnachten naht – und hiermit die Überlegung „Was wünsche ich mir nur?“. Wenn man schon ein paar Jahre einen eigenen Haushalt und auch sonst alles hat, drängen sich immer mehr Bücher auf den Wunschzettel. Ehrlich gesagt: Mein Wunschzettel besteht fast nur aus Büchern…

Gerade bei Büchern über Katzenkrankheiten habe ich mich hier an „ernsthafte veterinärmedizinische“ Bücher gewagt. Wieso? Eventuell ist es der lange verlorengegangene Naturwissenschaftler in mir, vielleicht auch die Liebe zu objektiven, exakten und sachlichen Texten. Bei einem Artikel über Katzenkrankheiten verlassen wir uns nicht auf Sekundärliteratur – hier müssen anerkannte medizinische Bücher her. So habe ich mir letztens einen kleinen Schub gegeben und ganze 149,95 Euro (!) für die „Krankheiten der Katze“ von Marian Chr. Horzinek ausgegeben.

Es hat sich gelohnt: Ein riesiger Wälzer, 880 Seiten, mit Darstellung und Beschreibung sämtlicher Katzenkrankheiten und Diagnosewege. Sicherlich „das“ Werk für den interessierten Katzenhalter. Die Frage ist nur: versteht der fachlich nicht vorbelastete Leser ein solches Buch? Ich bin mir hier zugegebenermaßen nicht ganz sicher. Mit Grundkenntnissen aus dem Biologiestudium und ab und zu meinem alten, zerfallenen Lateinlexikon in der Hand ist es kein Problem – an sich sollte auch jeder fachlich interessierte Katzenfreund mit dem Nachschlagewerk klarkommen, so weit er keine Scheu hat, im Zweifelsfalle Google zu bemühen, um nach bestimmten Fachbegriffen zu suchen.

Allerdings sollte dieses Buch keinesfalls zum Vermeiden des Tierarztbesuches genutzt werden! Selbst, wenn man mit der Lektüre Erkrankungen ausschließen oder weiter eingrenzen kann – der durchschnittliche Katzenhalter hat in der Regel keine veterinärmedizinische Ausbildung genossen und kann die Ernsthaftigkeit der Erkrankungen sowie die nötigen Maßnahmen im seltensten Fall realistisch einschätzen.

Eventuell kann er aber dem Tierarzt den Wink in die richtige Richtung geben und/oder die Ausführungen des Arztes richtig verstehen sowie die „richtigen“ Fragen stellen.

Ähnlich verhält es sich beim Buch “Verhaltensmedizin bei der Katze” von Sabine Schroll und Joel Dehasse, das wir auch im aktuellen Pfotenhieb-Heft rezensiert haben. Für den interessierten Katzenfreund mit Lateinlexikon und eventuell vorhandenen medizinischen Vorkenntnissen eine wahre Fundgrube. Kleine Info am Rande: Im nächsten Pfotenhieb-Heft finden Sie ein Interview mit Frau Schroll…

Sabine Schroll und Joel Dehasse haben mit diesem Buch ein Standartwerk für Tierärzte geschaffen, um Verhaltensprobleme bei der Katze erkennen und effektiv behandeln zu können. Dabei ist das Buch nicht nur für Mediziner interessant – auch Katzenhalter mit verhaltensauffälligen Katzen finden hier Rat. Allerdings ist das vorliegende Buch immer noch für den Tierarzt geschrieben – interessierte Laien ohne medizinische Ausbildung sollten im Zweifelsfall ein medizinisches Wörterbuch bereithalten…

Klar aufgeteilt und bis auf einige Fachbegriffe verständlich ist das Buch dennoch. So bieten die Autoren nicht nur Ratschläge zur allgemeinen verhaltenstherapeutischen Therapie, sondern gehen auch auf Körper- und Lautsprache der Katzen und spezielle Verhaltensweisen ein. Hierbei bieten sie nicht nur Therapieansätze sondern auch um die Prävention von Verhaltensstörungen. Was muss ich bei der Auswahl meiner Zweitkatze beachten, wie halte ich Wohnungskatzen artgerecht? Kurz und knapp wird hier auf Haltungsfehler eingegangen, die psychische Störungen hervorrufen können.

Wer weiter ins Thema einsteigen und Verhaltensprobleme genau verstehen will, wird sich über die klare Darstellung des verhaltensmedizinischen Untersuchungsganges samt Protokollblatt und die genauen Leitsymptom- und Therapiebeschreibungen freuen. Alles in allem ein umfangreiches Buch rund um die Katzenpsyche.

Meine objektive Meinung zu veterinärmedizinischen Büchern für Katzenfreunde: Beschäftigt man sich gerne mit medizinischen Sachverhalten und möchte „etwas mehr“ wissen und verstehen, ist die Anschaffung dieser doch etwas teureren Bücher auf jeden Fall sinnvoll. Katzenfreunden ohne medizinisch-wissenschaftliches Interesse sei hier aber eher eines der populärmedizinischen Bücher empfohlen.

…viel Spaß beim Stöbern!

Lena

 

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